Für Shop-Betreiber 03.10.2016, 22:00 Uhr

5 Tipps, um die Technik für Weihnachten fit zu machen

Spätestens Anfang Oktober heisst es für alle Web-Händler: Der Online-Shop muss schnellstens für das Weihnachtsgeschäft fit gemacht werden. Wir geben fünf Tipps, damit die Technik zum Fest gut aufgestellt ist.
(Quelle: shutterstock.com/Pixelbliss)
Kaum sind die Sommerferien vorbei, stehen Spekulatius, Marzipan und Baumkuchen in den Supermarktregalen. Was die einen regelmässig nervt, ist für die anderen ein guter Warnhinweis, um das Thema Weihnachten nicht auf die allzu lange Bank zu schieben - für den Online-Handel zum Beispiel.
Sebastian Bluhm, Vorstand der Profihost AG, kennt aus seiner Praxis viele Fälle, in denen das Weihnachtsgeschäft durch schlechte technische Vorbereitung nicht volle Fahrt aufnehmen konnte. Er nennt seine Top-5-Tipps, damit die Technik zum Fest gut aufgestellt ist.

1. Zahlen auf den Prüfstand stellen                                                                  

Der Nervfaktor ist für viele hoch, wenn man im Einkaufsstress kaum einen Schritt vor den anderen machen kann. Was im stationären Handel gilt, lässt sich auch auf den Online-Handel übertragen. Das A und O ist es deshalb, das Hosting möglichst früh festtagssicher zu machen. Ein Online Shop muss die Besucherströme zu Weihnachten schnell und zuverlässig abarbeiten können, ohne dass Hektik bei den Betreibern aufkommt.
Es lohnt sich immer, noch einmal in Ruhe die Besucherwerte der letzten 12 Monate zu überblicken, um dann eine eigene Prognose für das kommende Weihnachtsgeschäft zu tätigen. Mit diesen Planwerten (plus einer vernünftigen Reserve) sollte man dann ins Gespräch mit seinem technischen Dienstleister einsteigen, damit die Kapazitäten geprüft und gegebenenfalls flexibel erweitert werden können.

2. Belastungstests durchführen

Sie haben die Zahlen ermittelt und glauben, Ihre Serversysteme halten dem Besucheransturm stand? Unsere Erfahrung: Prüfen Sie trotzdem umfangreich. Simulieren Sie die zuvor definierten Besucherzahlen, um die Reaktion des Servers zu ermitteln. Mithilfe der Daten aus diesen Belastungstests können dann eventuelle Anpassungen oder Optimierungen erfolgen.
Technisch helfen können zum Beispiel virtuelle beziehungsweise cloudbasierte Serversysteme. Denn diese können flexibel für den Zeitraum hinzugebucht werden und später im Normalbetrieb auch wieder wegfallen.
Eine solche Massnahme nimmt den Stress von der Baustelle "Serverüberlastung" und schafft Raum für Dinge, die man nicht planen kann. Und das ist gut so. Denn rollt die Weihnachtsbestellwelle einmal, hat kaum jemand mehr Zeit, sich um viele Themen gleichzeitig zu kümmern.

3. App optimieren

Ihre Applikation läuft im Alltag gefühlt bestens? Mein Tipp: Nutzen Sie die Erkenntnisse aus den Belastungstests und lassen Sie vorab die Flaschenhälse in Ihren Anwendungen finden. Solche Flaschenhälse lassen sich zum Beispiel mittels Applikationsprofiling schnell finden. Stellen Sie sich vor, dass durch die Optimierung der Applikation die Performance um den Faktor 4 besser wird: Dann können Sie ohne eine Erhöhung der technischen Kapazitäten direkt die vierfache Besucheranzahl bewältigen.
Weitere Möglichkeiten zur Optimierung können die Auslagerung von Mediendateien in ein sogenanntes Content Delivery Network (CDN) sein oder aber die Reduktion der Bilder in der Grösse. Ein wertvolles Tool für einen schnellen Check und erste Ansatzpunkte ist hier zum Beispiel der Webdienst Google Pagespeed Insights. Die Optimierung des eigenen Shops sollte eine hohe Priorität geniessen und eigentlich regelmässig erfolgen - nicht nur zu Weihnachten.

4. Marketing und Technik in Einklang bringen

Adventskalender, Produkt-Neuvorstellung, Facebook-Aktion oder Instagram-Gewinnspiele. Kunden wollen nicht nur schnell die Wunschliste abarbeiten, sondern auch überrascht und über Bilder und Videos inspiriert werden, bevor sie Produkte vergleichen und bestellen. Ganz klar geht der Trend in Online Shops auch zu hochwertigen Produktbildern, HD-Videos und kreativem Storytelling rund um das Produkt.
Ganz wichtig dabei: Diese ganze Marketingplanung sollte auch mit der Technik in Einklang gebracht werden, damit die technische Infrastruktur nicht vom Erfolg der Aktionen überrollt wird. Zudem sollten alle Vorhaben auch auf die Usability beim Besucher selbst geprüft werden, damit dieser immer optimal und schnell die Inhalte erhält. Bevor Sie zum Beispiel alle Produktvideos auf HD umstellen, sollten sie die Server-Performance überprüfen und eventuell anpassen. Bieten Sie am besten auch immer kleinere Video-Versionen der Filme zur Darstellung auf mobilen Geräten an.

5. Safety first: Machen Sie den Shop sicher  

Online Shops sind besonders zur Weihnachtszeit ein beliebtes Ziel von Hacker-Angriffen. Um Schaden zu vermeiden, müssen Shop-Betreiber Massnahmen durchführen, um Unternehmens- und Kundendaten abzusichern. Dazu zählen neben einer Grundsicherung - etwa dem Einsatz einer Firewall, die zeitnahe Wartung und Pflege der eigenen Shopsoftware, der konsequenten Verschlüsselung der Kommunikation mit SSL-Zertifikaten oder Passwortregeln für Käufer - beispielsweise auch der Einsatz von Session Cookies und die Nutzung sicherer Bezahlverfahren.
Shop-Betreiber, die als Zahlungsart Bankeinzug oder Kreditkarte anbieten, sollten sich der Sensibilität dieser Daten bewusst sein und zum Beispiel einen zertifizierten Payment Service Provider zu Abwicklung der Transaktionen wählen. Kundendaten sollten nicht nur möglichst unzugänglich, sondern auch möglichst unbrauchbar sein, bestenfalls verschlüsselt mit einem aktuellen und sicheren Algorithmus. Hierzu stehen diverse kryptografische Hash- und Salt-Funktionen zur Verfügung, die über Zusatzmodule auch mit vielen beliebten Content Management Systemen genutzt werden können.




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