Fokus auf Digitalgeschäft
14.03.2019, 12:31 Uhr
RTL will mehr in Video-Streaming investieren
Das TV-Geschäft bringt Medienkonzernen auf lange Sicht nicht mehr das grosse Geld. Nicht nur ProSiebenSat.1, sondern auch die RTL Group will sich daher verstärkt auf seine Investitionen in das Video-Streaming konzentrieren.
Der Medienkonzern RTL Group hat im vergangenen Jahr Abstriche im TV-Werbegeschäft hinnehmen müssen. Im laufenden Jahr will das Unternehmen daher seine Investitionen in das Video-Streaming verstärken. Der Umsatz stieg 2018 dank der Produktionstochter Fremantle und des Digitalgeschäfts um 2,1 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro, wie die Bertelsmann-Tochter in Luxemburg mitteilte.
Für das laufende Jahr geht RTL - wie zuvor angekündigt - von einem Umsatzplus von 2,5 bis 5 Prozent ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten aus. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) soll jedoch um 2,5 bis fünf Prozent zurück gehen.
Konzernchef Bert Habets will mehr Geld in Video-Streaming-Angebote stecken: Innerhalb der nächsten drei Jahre seien Investitionen in Höhe von 350 Millionen Euro geplant, um den Ausbau der Plattformen voranzutreiben. 2018 habe die RTL-Gruppe bereits die Marke von einer Million Abonnenten für die beiden Streamingdienste TV Now Premium in Deutschland und Videoland in den Niederlanden erreicht. Ähnliche Dienste seien auch in anderen Ländern geplant. Innerhalb der nächsten drei Jahre will Habets die Zahl der Abonnenten auf mindestens drei Millionen steigern.
Schwache TV-Werbeerlöse
Schuld an den schwachen TV-Werbeerlösen 2018 in Deutschland sind dem MDax-Konzern zufolge besonders die Sport-Grossereignisse, wie die Männer-Fussball-Weltmeisterschaft und die Olympischen Winterspiele, die der Sender nicht übertrug.
Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um 5,7 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro zurück. Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn sank um 9,6 Prozent auf 668 Millionen Euro. RTL begründete das schlechtere Ergebnis mit einem hohen Vergleichswert aus dem Vorjahr, als Gebäude in Paris für 94 Millionen Euro verkauft wurden, was sich einmalig positiv auswirkte. An die Aktionäre soll für 2018 eine unveränderte Dividende von vier Euro je Aktie gezahlt werden. Die bisherige Dividendenpolitik einer Ausschüttung von 50 bis 75 Prozent des Nettogewinns will das Unternehmen beibehalten.
Die RTL-Gruppe mit Hauptsitz in Luxemburg erzielt den Grossteil seiner Umsätze mit der Mediengruppe RTL Deutschland und der M6-Gruppe in Frankreich. Daneben sind die Produktionsfirma Fremantle, das Digitalgeschäft sowie RTL in den Niederlanden und RTL Belgien wichtige Standbeine des Konzerns.